"Wir
waren vital, sexy, in der Blüte unseres Lebens, perfekt zurecht
gemacht und nicht einfach ein Haufen alter Weiber mit Hängebrüsten."
(Bea Arthur, Schauspielerin)
"Auch
Frauen jenseits der 50 haben ein Leben."
(Susan Harris, Schöpferin
der Golden Girls)
"Ich
habe die Frivolität einer 60-Jährigen!"
(Sophia,
80 Jahre)
"Sie sind vier erwachsene Rebellinnen,
die tun und lassen, was immer sie wollen."
(Tim Brooks, TV-Historiker)
Blanche: sie hat mit 42 aufgehört, ihre Geburtstage zu
zählen
Dorothy: sie teilt ihr Bett öfter mit ihrer Mutter als mit Männern
Rose: sie erzählt wie keine andere abstruse St. Olaf-Geschichten
Sophia: sie beweist, dass Alter nur eine Frage der Einstellung
ist
Golden
Girls ist der Titel einer US-Comedy-Fernsehserie über das
Zusammenleben von vier völlig unterschiedlichen Charakteren
(Blanche, Dorothy, Rose und Sophia) in Blanches Haus in der 6151,
Richmond Street, South Miami Beach, Florida 33181. Die Golden
Girls haben Fernsehgeschichte geschrieben: die Serie ist die
erste
moderne Sitcom, in der Frauen jenseits der 50 die Hauptrollen
spielen.
Nicht nur Blanches Initialen B.E.T.T. (= Blanche
Elisabeth Trudy Tamara) verkörpern unersättliches
sexuelles Verlangen, Rose sprüht
vor kindlicher Naivität und Begeisterungsfähigkeit, während
die männerfrustrierte Dorothy und ihre Mutter Sophia mit Sarkasmus,
Spott und Hohn bestens gerüstet sind. Diese explosive Mischung geht
in jeder Folge auf's Neue hoch und garantiert viele Lachsalven. Im Gegensatz
zu so vielen anderen Serien basiert jede Folge auf einem bestimmten Thema.
Erfrischend dabei ist, dass selbst ernste Themen zwar lustig dargeboten,
jedoch gleichzeitig nicht ins absolut Lächerliche gezogen werden.

Dorothy, Rose und Sophia wohnen in Blanches Haus zunächst
zur Untermiete. Weil sich im Laufe der Zeit eine tiefe Freundschaft
zwischen ihnen entwickelt und die Baubehörde Blanche
unter Druck setzt, macht sie die drei in der letzten Staffel
zu Miteigentümerinnen.
Allen Mitgliedern dieser Senioren-WG gemeinsam ist die Vorliebe
für
Schokolade-Käsekuchen und Männern. Sie gehen durch dick und
dünn, nicht ohne sich dabei stets einen kräftigen verbalen
Schlagabtausch zu liefern. In ihrem täglichen Wettstreit um die
Gunst gutaussehender Verehrer benehmen sich die vier auch schon mal
wie wildgewordene Teenager.
In der Serie, die aus sieben Staffeln mit insgesamt 180 Folgen
besteht, gibt es eine Reihe von Ungereimtheiten. Offensichtlich
war es aufgrund
der vielfältigen Themen und des vielschichtigen, feinsinnigen Humors
nicht immer möglich gewesen, einen roten Faden durch die Serie zu
ziehen. Zum Beispiel sind Blanches Initialen mal
B.E.T.T., aber auch schon mal B.M.H. (= Blanche Marie Hollingsworth)
in der Folge, wo Blanches Nanny auftaucht. (Für den deutschen Markt hätte
man auf den Zweitnamen "Marie" verzichten können...) Allerdings haben
sehr viele Autoren für
die Golden Girls geschrieben und somit stets für frischen Wind
gesorgt, die diese Inkonsistenzen schnell vergessen lassen. Erwähnenswert
sind sie aber allemal, damit man nicht zu sehr ins Grübeln gerät,
wenn man mal auf eine stößt...
Dorothy
verlässt nach ihrer Hochzeit mit Lucas in Folge 180 die
Golden Girls. Diese entschließen sich zum Verkauf ihres
Hauses und kaufen ein angeblich gutgehendes Hotel am Strand von
Miami, genannt das Golden Palace. Das Personal beschränkt
sich aufgrund finanzieller Schwierigkeiten der Vorbesitzer auf
den farbigen Empfangschef Roland, den mexikanischen Chefkoch
Chuy, den Poolreiniger Brad und den zwölfjährigen Oliver.
Olivers Eltern hatten ihn beim Auschecken glatt vergessen. Mit
Blanche als Hausdame, mit Rose als Chefzimmermädchen und
Sophia als neuer Küchenchefin gelingt es bald, das Golden
Palace zu neuem Glanz zu bringen und den anfänglichen
Schuldenberg abzubauen.
Im Golden Palace (nur eine Staffel mit 24 Folgen)
wurden die verschiedenen Charaktereigenschaften
der Girls stärker herausgestellt als es in
den Golden Girls der Fall war: Blanche ringt weiterhin mit ihren ungebremsten
Hormonschüben, Rose geht ganz in ihrer Rolle als Dummchen vom
Lande auf und Sophia ist noch eine Idee bissiger und schlagfertiger
als vorher.
Dies alles konnte dennoch nicht den Verlust von Dorothy wettmachen.
Es wird nie mehr eine Fortsetzung der Golden Girls geben, denn Bea
Arthur sagte in einem Interview: "Warum eine Fortsetzung wagen mit etwas,
das so wundervoll war... Und außerdem - was würde man mit
einer Fortsetzung beweisen?" Zumindest verließ sie die Serie
auf dem Höhepunkt ihres Erfolges! Estelle Getty kehrte für
die letzten beiden Staffeln (1993-95) der Nachfolge-Serie Empty Nest
als Sophia Petrillo auf den Bildschirm zurück.
"Die Serie The Golden Girls wertschätzte
Frauen und zeigte die immense Bedeutung weiblicher Netzwerke in Bezug
auf Freundschaft und Erfahrungen. In der Serie ging es um vier unterschiedliche
Frauen im reifen Alter, die trotz ihrer Wesensunterschiede ein einheitliches,
positives Gesamtbild nach außen repräsentierten. Durch gemeinsame
Anstrengungen schufen sie ein positives Bild von Senioren, die ihr Leben
meisterten um
das Beste für sich herauszuholen."
(Dawn Michelle Nill,
www.museum.tv)
"Die Zuschauer bestanden nicht nur aus alten Knackern, die nicht
wussten, wie man eine Fernbedienung benutzt. Die 23 Uhr Ausstrahlung
der 'Golden Girls' haben genau so viele 18 bis 34-jährige Frauen
geschaut wie MTV. (...)
Entertainment Weekly setzte 'Golden Girls' im Jahr
2003 auf ihre jährliche Liste beliebter Stars der Gegenwart.
Und es gibt dutzende Fan-Seiten im Internet, einschließlich Deutschlands
'Blanche
Online.' (...)
Die Serie hat einen ungebremsten Beliebtheitsgrad gerade
bei jüngeren Zuschauern, vergleichbar mit 'I Love Lucy', sagte
der Lifetime Senior Vice President und TV
Historiker Tim Brooks. Fast 30% aller Golden Girls bezogenen eMails
an den Sender seien von Schülern, die aufs College gingen.
Was macht eine Sendung über Weißhaarige so attraktiv?
'Sie sind junge Leute im Körper älterer Leute', sagte
Brooks. 'Sie scheren sich nicht darum, was andere über sie denken.
Sie treffen allesamt Verabredungen. Sie sprechen über Sex. Jugendliche
fühlen sich von Leuten angezogen die so denken wie sie, nicht von
Leuten, die nur aussehen wie sie.'
Brandon Tartikoff, NBCs Programmchef in den 80er Jahren, hatte die
Idee mit den
'Golden Girls' durch einen Besuch bei älteren Verwandten in Miami. Sein Leutnant
zu dieser Zeit, Warren Littlefield,
rekrutierte
Susan
Harris (Erfinderin der bahnbrechenden Comedy 'Soap'). Sie sollte
die Serie schreiben.
Dadurch, dass man Gespräche über Sex und
andere Schlüpfrigkeiten
in den Mund älterer Frauen legte, konnte man Texte senden, die
ansonsten in den 80er Jahren als Tabu galten.
'Golden Girls'
war seiner Zeit auch voraus bei so heiklen Themen wie Hautfarbe,
AIDS oder Homosexualität.
Mal abgesehen von diesen Themen, die auch heute nichts von ihrer
Aktualität eingebüßt haben, gibt es nur wenige zeitgenössische
Bezüge in der Show. Als ältere Charaktere scherten sich
die Girls weder um Musik- noch um Modetrends. (...) Ihre Standpunkte
sind
einfach zeitlos. (...)"
(Stephen
Battaglio, NY Daily News Staff Writer)
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